Zu Gast bei der Lebensmittelausgabe in Fürstenried

Leuchtende Beispiele
Ehrenamtliche Helfer bei der Lebensmittelausgabe in Fürstenried, München
12.07.2018

Zu Gast bei der Lebensmittelausgabe in Fürstenried

Jeden Mittwoch um ca. 14 Uhr startet die Lebensmittelausgabe in Fürstenried. Mit viel Herzblut wird das Projekt seit 2016 von Ehrenamtlichen betrieben.

Wenn am Mittwoch um ca. 14 Uhr bei der Lebensmittelausgabe in Fürstenried das Glöckchen ertönt, dann heißt das: die Waren sind auf die Ausgabetische verteilt, die Helfer*innen stehen in Position, jetzt kann’s losgehen! Die ersten Kund*innen sind schon da und werden von Frau R. entsprechend der Ausweisnummer fortlaufend aufgerufen. „Nummerngirl“, so wird Frau R. auch scherzhaft von den Kolleg*innen genannt. Sie ist das Bindeglied zwischen Warte- und Ausgaberaum und sorgt mit ihrer verbindlichen Art für einen reibungslosen Ablauf beim Anstehen, ohne Gedrängel, ohne Streit. 

Engagierte gesucht!

So lautete 2016 der Aufruf zur Mithilfe bei der Lebensmittelausgabe, und die Resonanz war gewaltig!  In kürzester Zeit stand ein zuverlässiger Helferstamm zur Verfügung, der weitgehend unverändert bis heute jede Woche mit Energie und Leidenschaft die Ausgabe „wuppt“!

Wer gerne organisiert und anpackt, Freude am Umgang mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und ein hohes Maß an sozialer Kompetenz hat, der ist bei der Lebensmittelausgabe genau richtig. Dazu noch eine Prise Humor, und die Sache läuft!

Die Aufgaben sind vielfältig: die einen arbeiten gerne hinter den Kulissen, z.B. beim Auf- und Abbau, andere schätzen den Kontakt mit den Kunden und geben Waren aus oder kontrollieren die Ausweise. Jeder hat inzwischen seinen Platz gefunden, hinter „seiner“ Gemüsekiste, am Brotstand oder im Kühlwagen. Auch am Anmeldetisch ist jede Menge zu tun. Hier freut sich Frau Petermaier, zuständig für die Soziale Beratung und die Organisation der Lebensmittelausgabe bei der Caritas in Neuforstenried, über die tatkräftige Unterstützung durch Herrn S. Ihm präsentieren die Kunden gleich am Eingang des Warteraums die Ausweise. So wird dokumentiert, wer auch wirklich regelmäßig Ware abholt, eine der Bedingungen für die Teilnahme an der Lebensmittelausgabe. Zudem spricht Herr S. neben Deutsch auch noch Arabisch, Kurdisch und Türkisch  und kann spontan als Dolmetscher einspringen. Währenddessen ist Frau Petermaier damit beschäftigt, Fragen der Kund*innen zu beantworten, aktuelle Bescheide einzusammeln, neue Anfragen für einen Ausweis zu bearbeiten, Beratungstermine zu vereinbaren oder auch mal zu trösten. Ein durch und durch eingespieltes Team, das flexibel und souverän auf Unvorhergesehenes reagiert und jeder Situation gewachsen ist!

Nahrung für den Körper, Pflege für die Seele

Die Kund*innen sind froh, durch die kostenlosen Lebensmittel ihr sehr begrenztes monatliches Budget etwas entlasten zu können, und die allermeisten stehen auch zuverlässig jeden Mittwoch bei Herrn S. an der Anmeldung. Darüber hinaus hat die wöchentliche Lebensmittelausgabe aber für viele noch einen gesellschaftlichen Aspekt: hier bietet sich die Gelegenheit, unkompliziert soziale Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen oder auch mal gegenseitig im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen.

Diese entspannte Atmosphäre hat jedoch mehrere Gründe, angefangen bei der von der Münchner Tafel e.V. gestellten Logistik. Durch ein erfahrenes Team aus Disponenten, Fahrern und Verwaltung ist die wöchentliche Lieferung und die damit verbundene Ausgabe der Lebensmittel überhaupt möglich. Zusätzlich stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Münchner Tafel bei allen Anliegen bezüglich der Lebensmittel jederzeit zur Verfügung und leisten mithilfe ihrer Erfahrungswerte großartige Unterstützung, damit die Organisation einer solchen Ausgabestelle erfolgreich gelingen kann.

Ebenso „Gold wert“ sind die Räumlichkeiten, die die Pfarrei „Wiederkunft des Herrn“ dem Projekt zur Verfügung stellt:  ein „Dach über’m Kopf“ macht unabhängig von Wind und Wetter und darüber hinaus gibt es sogar den Luxus eines Warteraums mit Sitzgelegenheiten -  eine gute Basis für einen möglichst konfliktfreien Ablauf.

Dass die Ausgabe wie am Schnürchen läuft, ist allerdings auch maßgeblich der hohen Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen zu verdanken. Energiegeladen und mit Freude an der Arbeit treten sie jede Woche ihren „Dienst“ an und sorgen für eine zügige Verteilung der Lebensmittel. Dabei gelingt es ihnen auch noch, mit ihrer offenen und wertschätzenden Kommunikation auf Augenhöhe eine Beziehung zu den Kunden herzustellen. Sind die einen zu Gesprächen aufgelegt, freuen sich andere über ein kurzes „Na, wie geht’s?“ Und manchmal ist es einfach schon ein toller Erfolg, ein kleines Lächeln auf die Lippen gezaubert zu haben.

Lebensmittelausgabe in Fürstenried auf einen Blick

  • Kooperationsprojekt der Caritas Neuforstenried (soziale Beratung), der Münchner Tafel e.V. und des Pfarrverbandes Fürstenried-Maxhof, eröffnet am 2. März 2016.
  • Die Pfarreien stellen die Räume, die Münchner Tafel e.V. die Logistik und die Lebensmittel. Die Caritas nimmt die Berechtigten auf, stellt die Ausweise aus und betreut die freiwilligen Helfer.
  • Die Lebensmittel stammen zum größten Teil aus der Großmarkthalle (Sitz der Münchner Tafel e.V.), daneben von Großbäckereien, Molkereien etc.
  • Berechtigt sind Empfänger von Leistungen nach SGB II („Hartz IV“), SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei voller Erwerbsminderung), Einkommen oder Rente in vergleichbarer Höhe
  • Die Ausgabe findet jeden Mittwoch in Räumlichkeiten der Pfarrei Wiederkunft des Herrn statt.
  • 100 Ausweise, entspricht derzeit 212 Teilnehmern, davon 59 Kinder und 153 Erwachsene, 43 Alleinlebende, 10 Alleinerziehende und 27 Senioren über 60 Jahre.
  • Derzeit 25 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, der Jüngste 19, die Älteste 81 Jahre alt.

Verstärkung gesucht!

Möchten Sie mit anpacken? Das Team freut sich über Unterstützung, ob regelmäßig oder für den spontanen Einsatz bei personellen Engpässen – wie es Ihr Terminkalender erlaubt!

Melden Sie sich gerne bei Frau Petermaier unter Tel. 089 / 759 10 51 oder

 


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AutorIn dieses Artikels

Elisabeth von Derschau
Hotline und Büroorganisation