Willst du mit mir gehen?

Leuchtende Beispiele
Freunde - Walking Together
21.03.2018

Willst du mit mir gehen?

Zusammen ein Stück des Weges gehen – Paten und Mentorinnen begleiten Geflüchtete beim Ankommen in München

Aller Anfang ist schwer

In einem neuen Land anzukommen und neu anzufangen ist nicht leicht. Geflüchtete Menschen müssen viele Herausforderungen wie etwa Fragen rund um Asyl, Wohnungssuche oder Zugang zu Arbeit und Ausbildung bewältigen. Dabei müssen sie sich in einer fremden Umgebung mit ungewohnten Systemen und Regeln orientieren und alles auch noch in einer Fremdsprache erledigen.

Wenn Sie sich selbst einmal vorstellen neu in einem anderen Land zu sein und dort Behördenangelegenheiten und Arbeits- und Wohnungssuche in einer unbekannten Sprache meistern zu müssen, so wird schnell klar wie wertvoll und nötig Unterstützung durch Ortskundige sein kann.

Hilfe zur Selbsthilfe

In München begleiten zahlreiche Freiwillige Flüchtlinge in Patenschaften oder als Mentoren. Sie unterstützen diese dabei auf unterschiedliche Art und Weise und erleichtern ihnen hier Fuß zu fassen.

In Sprachpartnerschaften erkunden die Tandems zusammen die Stadt und üben die deutsche Sprache. In anderen Patenmodellen unterstützen Freiwillige unter den Schlagworten Behördenbegleitung, Integrationsbegleitung und Jobmentoring. Nach Teilnahme an speziellen Schulungen helfen sie geflüchteten Menschen bspw. bei Gängen zum BAMF, Jobcenter und bei Themen rund um Beruf und Ausbildung. Schülerpatinnen und Schülerpaten gestalten in ihren Patenschaften gemeinsam mit jungen Geflüchteten deren Bildungsweg. Familienpatinnen und Familienpaten hingegen bringen sich in das lebendige Miteinander von Familien ein und stehen den Eltern mit Rat und Tat zur Seite oder schenken den Kindern Zeit und schöne Erlebnisse.

Aus Patentandems werden Freunde

In Patenbeziehungen entstehen oft enge Bindungen und für beide Seiten ein echter Mehrwert. Beim gemeinsamen Tun können die Tandems voneinander lernen und zusammen Ziele verfolgen.

Der Pate eines syrischen Jungens erzählt: Ich habe (…) eine Familie gefunden, (…) mit der ich viel Freude und auch manchmal Leid teilen kann. Ich habe in Ahmad* einen Freund gefunden, der (…) Zeit hat, [und] mit dem ich spannende Schul-Probleme (Schul-Aufgaben) lösen kann.


Eine Familie, die gemeinsam eine syrische Familie begleitet, berichtet: Wir in unserer Familie sind begeistert und freuen uns über die Fortschritte und Erfolge, die jeder einzelne aus dieser Flüchtlingsfamilie für sich verbuchen kann.
 

Der Kontakt auf Augenhöhe zu geflüchteten Neu-Münchnerinnen und Neu-Münchnern ermöglicht das Kennenlernen der neuen Nachbarn und fördert die Integration in die Stadtgesellschaft.

Machen Sie mit und ermöglichen Sie Integration!

Jeder kann Geflüchtete eine Zeit lang auf ihrem Ankommens-Weg begleiten. Patenschaften sind auf ca. ein halbes bis ein ganzes Jahr Dauer ausgelegt und lassen sich zeitlich und inhaltlich flexibel und individuell ausgestalten. Alle Paten-Projekte bieten den Engagierten enge Begleitung, Austauschmöglichkeiten und Fortbildungen an. Sie ermöglichen wertvolle Kontakte zu Menschen, denen man sonst vielleicht nicht begegnet wäre. Gleichzeitig leisten alle engagierten Patinnen und Paten einen unersetzlichen Beitrag zur Integration.

Eine Patin hat die Erfahrung gemacht: Bei guter Organisation und mit einem kleinen Zeitaufwand verbunden können wir eine unkomplizierte und persönliche Unterstützung für Menschen in unserer direkten Nachbarschaft geben.

* Namen von der Redaktion geändert.


Möchten auch Sie sich in München für Geflüchtete und Integration engagieren?

Möchten Sie Ihre Freizeit nicht nur sinnstiftend verbringen, sondern neue und spannende Mitmenschen kennenlernen? Dann melden Sie sich über unser Portal als Interessent an! Wir laden Sie zu einem Gespräch in Ihrem wohnortnahen Freiwilligenzentrum ein. Gemeinsam mit Ihnen finden wir Ihr Ehrenamt passend zu Ihren individuellen Wünschen und Talenten.


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AutorIn dieses Artikels

Anna Schwab
(M.A. Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz) ist Mitarbeiterin im Freiwilligen-Zentrum Süd.