Kleiner Einsatz – große Wirkung

Leuchtende Beispiele
Patin und junge geflüchtete Mutter mit Kind am Sofa
28.06.2018

Kleiner Einsatz – große Wirkung

Im Rahmen des Patenprojektes – Aktiv für Wohnungslose schenken Ehrenamtliche Menschen Zeit und Aufmerksamkeit, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind.

  • Paten und Geflüchtete Familie am Bahnhof
  • geflüchtete Kinder am Schiffsausflug

Von Mensch zu Mensch

Die Ursachen dafür, dass Menschen keine eigene Wohnung haben und stattdessen in Pensionen, Gemeinschaftsunterkünften oder Clearinghäusern leben müssen, sind vielfältig – oft ist der Grund ein Schicksalsschlag wie Verfolgung, Flucht, Krankheit, Verlust der Arbeit.

Insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund ist es dann besonders schwer, in München wieder Fuß zu fassen und in ein Leben in geregelten Bahnen zurückzufinden. Inzwischen haben 97 Prozent der Patenschaften Migrationshintergrund. So wird im direkten Kontakt im Patenprojekt Integration gelebt. Durch den direkten und regelmäßigen Kontakt entsteht ein vertrauensvolles Verhältnis. Alle Beteiligten profitieren davon. Sie lernen voneinander, leben Beziehungen, interkulturelles Verstehen und Solidarität. Auf Augenhöhe findet ein Kennenlernen statt, ein Aufeinanderzugehen, was eine wirksame und anhaltende Integration in die Stadtgesellschaft befördert.

Wie kann die Unterstützung aussehen?

Die Patinnen und Paten unterstützen ihre Patenschaften bei der Integration in Deutschland, in München und /oder auch im Stadtviertel. Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Sie helfen bei der anfallenden Post, begleiten in Behördenangelegenheiten, erklären das deutsche System, unterstützen bei Schulkontakten, bei der Wohnungssuche, machen gemeinsame Unternehmungen und stehen als Ansprechpartnerin und Ansprechpartner zur Verfügung. Ziel dabei ist immer die Hilfe zur Selbsthilfe.

Der zeitliche Rahmen beträgt wöchentlich ca. 2 Stunden. Ort und Zeitpunkt können individuell abgestimmt werden.

Win - Win

„Ich engagiere mich als Patin, weil ich hier ganz konkret und persönlich helfen kann. Es ist wirklich eine Bereicherung und ich erlebe Dinge, die mir sonst verborgen blieben!“

„So geht Integration, so kann manche Voreingenommenheit auf beiden Seiten verschwinden.“

Zitate von Patinnen

Was das Projekt für die Ehrenamtlichen tut

Die Ehrenamtlichen werden durch eine begleitende Beratung unterstützt. Es gibt regelmäßige Patentreffen zum gegenseitigen Austausch, themenspezifische Vorträge sowie Fortbildungen und Workshops. Für neue Patinnen und Paten wird eine Fortbildung zur interkulturellen Verständigung angeboten.

Es finden jährlich mehrere Ausflüge statt, an denen alle Beteiligten teilnehmen können, wie zuletzt eine Fahrt an den Ammersee. Diese Ausflüge sind unter anderem dafür gedacht, die Patenschaften für kurze Zeit aus ihrem Alltag herauszuholen, um gemeinsam etwas Schönes zu erleben.

Es werden verschiedene Kurse angeboten, wie z.B. Schwimm-, Näh- und Radfahrkurse, die vom Verein zur Förderung des Patenprojektes e.V. finanziert und organisiert werden.

Ein Pate berichtet

„Ein Schiff! Und was für eins! Der 9 Jahre alte Muhammad aus Syrien ist begeistert, als er am Steg in Herrsching den Ammersee-Dampfer sieht, den er mit seinen Geschwistern und seiner Mutter gleich besteigen wird. An Bord gibt es dann erst mal eine Schrecksekunde: Die Schiffsirene trötet und Muhammad taucht vor Schreck sofort unter die Sitzbank. Seine Geschwister und seine Mutter lachen. Es herrscht ausgelassene Stimmung – das Münchner Patenprojekt ist an diesem Juli-Samstag auf Tour. Patenschaften und ihre Paten sind eingeladen zu einem Ausflug an den Ammersee. Allein die S-Bahnfahrt ist für viele schon eine Sensation, denn egal, wie lange die Familien schon in München sind: Manche sehen heute zum ersten Mal das malerische Panorama im 5-Seen-Land. Auf dem Ammersee lassen sich Surfer, Segler und Kite-Surfer vom Wind über den See jagen – ein echtes Spektakel, auch wenn man nur zuschaut. Beschaulicher geht’s nach der Überfahrt am andern Ufer zu: Durch schattige Wälder, vorbei an Villen und Anlegestellen geht der Spaziergang nach Stegen. Dort warten der Minigolf-Platz und die Kühltruhe voller Eiscreme. An diesem Nachmittag erfahren alle viel Neues: Paten tauschen ihre Erfahrungen mit anderen aus, man lernt Menschen aus anderen Ländern kennen. Und die Familien begeistern sich darüber, wie viel Schönes die neue Umgebung zu bieten hat.“

Wir freuen uns über Ihr Interesse

Der Weg zu einer Patenschaft ist unkompliziert. Unsere Kontaktdaten finden Sie auf unserer Projekthomepage unter: www.muenchen.de/patenprojekt

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir laden Sie gerne zu einem unverbindlichen Gespräch ein.

„Aus meiner Sicht gibt es zur Integration keine Alternative. Wenn jeder sagt ich überlass es dem Anderen, dann funktioniert es halt nicht, wenn jeder mitmacht, funktioniert es.“

Zitat einer Patin


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GastautorIn dieses Artikels

Aya Weinert
Patenprojekt – Aktiv für Wohnungslose, Landeshauptstadt München, Sozialreferat